Preisträgerin Amelie von Wulffen

Amelie von Wulffen (Foto: Birgit Megerle)

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Die Künstlerin Amelie von Wulffen erhielt am 13. Mai 2017 in der Berlinischen Galerie den Kunstpreis Ruth Baumgarte rückwirkend für das Jahr 2016. An der Veranstaltung nahmen 200 Gäste aus Kunst und Kultur, Politik und Gesellschaft teil.

In Anlehnung an das Œuvre der Stifterin hat sich die Preisjury bewusst für eine Künstlerin entschieden, deren Schaffen in einer gegenständlichen, malerischen Tradition steht. Ob Collage, Zeichnung, Gemälde oder Installation: meisterlich spielt die Künstlerin auf verschiedensten Ebenen zugleich. Bewusst setzt sie Darstellungen unterschiedlicher Zeiten nebeneinander, nimmt ungewohnte Perspektiven ein, lässt Funktionales und Dekoratives miteinander verschmelzen. Auf ironische Art und Weise überzeichnet sie, verzerrt und ergänzt. Zitate aus Kunstgeschichte und kollektivem Gedächtnis stehen neben persönlichen Empfindungen und Erinnerungen. In ihrem Duktus überschreitet von Wulffen dabei nicht selten provokativ die Grenze eines konventionellen Geschmacks zum Dilettantismus. Ihre Arbeiten thematisieren gleichwohl die Schattenseiten menschlicher Existenz: Angst, Einsamkeit, Trauer und Beklemmung. Doch die Bilder selbst sind weder gehemmt noch ängstlich, sondern sprechen eine Intelligente und zuweilen romantische Sprache.

Amelie von Wulffen, 1966 in Breitenbrunn in der Oberpfalz geboren, studierte von 1987 bis 1994 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Daniel Spoerri und Olaf Metzel. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Spätestens mit dem Erhalt des Villa Romana-Preises im Jahre 2000 macht sie international auf sich aufmerksam. 2002 wurde ihr der ars viva-Preis überreicht. 2003 nahm sie an der 50. Biennale in Venedig teil und das Centre Pompidou Paris sowie das Museum für Gegenwartskunst Basel widmeten ihr 2005 Einzelausstellungen. Die Pinakothek der Moderne München zeigte 2015 eine große Retrospektive.