Der große Afrika-Zyklus von Ruth Baumgarte im Städtischen Museum Braunschweig

Das Städtische Museum Braunschweig präsentiert vom 24. März bis zum 7. Juli 2019 den expressiven Afrika-Zyklus der international bekannten Künstlerin Ruth Baumgarte. Zur Eröffnung findet eine Lesung mit der bekannten Schauspielerin Hannelore Hoger statt, Dr. Peter Joch (Direktor Städtisches Museum Braunschweig) und Alexander Baumgarte (Vorstandsvorsitzender der Kunststiftung Ruth Baumgarte) führen inhaltlich in die Ausstellung ein. Eine hochwertige Publikation erscheint im Hardcover. 
Zuletzt war der Afrika-Zyklus im Ludwig Museum Koblenz (2017/18) und im Marmorpalast des Ludwig Museum im State Russian Museum, St. Petersburg (2018) zu sehen.

Ruth Baumgarte, 1923 in Coburg (Deutschland) geboren, wuchs als Tochter der Schauspielerin Margarethe Kellner-Conrady und des Schauspielers, Regisseurs und späteren Ufa-Direktors Kurt Rupli in Berlin auf. Nach einem Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Berlin arbeitete sie für kurze Zeit als Illustratorin für die erste deutsch-russische Zeitung und siedelte nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 nach Bielefeld um, baute sich dort eine Karriere als Grafikerin auf, bevor sie sich ausschließlich freien künstlerischen Arbeiten zuwandte. Ihre Werke wurden international in renommierten Institutionen und Galerien gezeigt. Ruth Baumgarte verstarb im Februar 2013. 
Die ersten und zudem auch selbstständigen Reisen nach Afrika unternahm Ruth Baumgarte während der 1950er Jahre. Afrika war damals ein für die westliche Welt kaum erschlossener Kontinent. Ab den 1980er Jahren bereiste die Künstlerin über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren insgesamt mehr als vierzig Mal vor allem süd- und ostafrikanische Staaten wie unter anderem Simbabwe, Kenia, Tansania, Namibia und Südafrika. 
In dieser Zeit entwickelte sich ihr einzigartig expressiver Stil. Ihre Werke verdichten sich zu teils apokalyptisch anmutenden Visionen. Stets spiegeln die Bilder die starke Empathie der Künstlerin zu den Bewohnern des Landes. Farbgewaltige Darstellungen von Menschen und Landschaft zeugen von ihrer inneren Verbundenheit zu Afrika, gleichzeitig setzt sie sich der persönlichen Erfahrung der dort vorhandenen sozialen Umbrüche aus. Die Ruth Baumgarte-Kennerin und Direktorin des Ludwig Museum Koblenz, Professor Beate Reifenscheid, resümiert: „Ruth Baumgarte war weit entfernt von jeglichem Exotikzauber und einer beschönigenden Sicht. […] Vielmehr verdichtete sie Gesehenes und Erlebtes in intensiven, dramatischen Visionen, die sie durchaus zeitaktuell, letztlich aber jenseits von realen Situationen und Ereignissen entwarf.“

Den aus diesen Reisen resultierenden, über 100 Werke umfassenden Afrika-Zyklus setzt das Städtische Museum Braunschweig in einen historischen Kontext und unterstreicht somit die Aktualität der bemerkenswerten Ausnahmekünstlerin, die Ihrer Zeit weit voraus war. Gerade die brisante Entwicklung der sozialpolitischen Situation in den letzten Jahren bis heute verleiht den Arbeiten von Ruth Baumgarte eine neue und stetig wachsende Relevanz sowohl auf kultureller als auch gesellschaftlicher Ebene.

Zur Ausstellung ist ein 126-seitiger Katalog 'Ruth Baumgarte. Vision Afrika. Turn of the Fire' im Michael Imhof Verlag, Petersberg erschienen.

Infos: 
Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig

EINLADUNG

https://www.braunschweig.de/kultur/museen/staedtisches_museum/ausstellungen.html

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Große Retrospektive von Ruth Baumgartes Afrika-Zyklus "Turn of the Fire" im Ludwig Museum im State Russian Museum, Marble Palace St. Petersburg

Anlässlich des 95. Geburtstages der international bekannten Künstlerin Ruth Baumgarte (1923 – 2013) präsentiert das Ludwig Museum im State Russian Museum, Marmorpalast, Sankt Petersburg, vom 5. September bis zum 22. Oktober 2018 eine große Ausstellung des expressiven Afrika-Zyklus "Turn of the Fire" der Künstlerin. Zur Ausstellung erscheint eine rund 100 Seiten starke Publikation im Hardcover.

In den 1950er Jahren begann die Künstlerin eigenständig durch Afrika zu reisen – in einen Kontinent, der zu jener Zeit für die europäische Welt weitgehend unbekannt war. Seit den frühen 1980er Jahren reiste sie über zwanzig Jahre lang insgesamt mehr als vierzig Mal immer wieder in verschiedene süd- und ostafrikanische Staaten, vor allem in das von Apartheid geprägte Südafrika, und entwickelte hier einen einzigartig expressiven Stil, in dem sich ihre Werke zu teils apokalyptisch anmutenden Visionen verdichten. Den so entstandenen, rund 100 Werke umfassenden Afrika-Zyklus transformiert das Ludwig Museum Sankt Petersburg in die Gegenwart, wodurch deutlich wird, wie sehr diese europäische Ausnahmekünstlerin die gesellschafts- und stammespolitischen Sozialisationsaspekte des afrikanischen Kontinents schon über Jahrzehnte bearbeitete, bevor ein kunsthistorischer Diskurs zum Thema in den letzten Jahren einsetzte.

Bereits zum Jahreswechsel 2017/18 präsentierte das Ludwig Museum Koblenz die Ausstellung "Ruth Baumgarte. Turn of the Fire" mit rund 50 Arbeiten der Künstlerin. Die Sankt Petersburger Schau auf der Hauptfläche des repräsentativen Marmorpalastes wird nahezu den kompletten Zyklus der Künstlerin zeigen und eine Publikation in russischer und englischer Sprache herausgeben.

PRESSEBEREICH

FOTOALBUM

Einladung

http://en.rusmuseum.ru/marble-palace/exhibitions/ruth-baumgarte/

http://www.rusmuseum.ru/marble-palace/exhibitions/the-ruth-baumgart/

The Ludwig Museum in the State Russian Museum

Marble Palace

5 Millionnaya Str.

St. Petersburg

 

 

Mona Hatoum erhält 4. Kunstpreis Ruth Baumgarte

Mona Hatoum 2017 © Nash Baker

Die international renommierte Künstlerin Mona Hatoum erhielt am Samstag, 23. Juni, in der Berlinischen Galerie den Kunstpreis Ruth Baumgarte.

Mona Hatoum wurde 1952 im Libanon als Tochter einer palästinensischen Familie geboren. Mit ihren Installationen und Skulpturen, Performances und Videoarbeiten hat die Künstlerin eine eigene, poetisch-minimalistische Sprache entwickelt, die vor allem durch die gleichzeitige Erzeugung gegenläufiger Gefühle wie Anziehung und Ekel, Furcht und Faszination charakterisiert wird. Persönliche Erfahrungen stellt sie in einen globalen Kontext, wodurch ihr Werk einen politischen Charakter erhält.

Ausgezeichnet wurde die Künstlerin u.a. mit dem Roswitha-Haftmann Preis (2004), dem Käthe-Kollwitz-Preis (2010) und dem Joan-Miró-Preis (2011). Neben zahlreichen Ausstellungen in internationalen Museen erlangte sie durch die Teilnahmen an den Biennalen in Venedig 1995 und 2005 oder der documenta Kassel (2002 und 2017) verstärkt internationale Aufmerksamkeit.

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